Die Homosexuellen

Mindestens zwei der Angestellten der Posada in der wir uebernachtet haben, sind offensichtlich schwul. Ich traue mich, einen der beiden anzusprechen und ihn zu der Lage der Homosexuellen in Venezuela zu befragen.

2003 hatte es einen Gesetzesvorschlag zur Gleichstellung von Homosexuellen gegeben. Dieser ist gescheitert, jetzt soll es noch einen geben, sagt mein Interviewpartner, der sich dennoch zuerst als Chavez Gegner, nach ein paar minuten dann auch als Schwuler outed. Die Homosexuellen werden in Venezuela vor allem durch die Gesellschaft diskriminiert, weniger durch die Gesetze. Man wird von den Kollegen geschnitten und gemobbt, aber nicht unbedingt entlassen.

So gibt es einen Professor an den Universidad Central De Venezuela (UCV), der vor 10 Jahren nach einem Spanien-Aufenthalt als Frau zurueckgekommen ist und trozden weiter unterrichtet und das auch gesetzlich durchsetzt, denn er ist Anwalt. Er heisst heute Tamara Adrian.

Dann erzaehlt er noch, dass Transen oft von der Polizei schikaniert, manchmal auch vergewaltigt werden. Venezuela ist ein Macho Land, die Gesellschaft toleriert Homos nicht. Ich erinnere ihn an die Regierungskampagne, die u.a. Anzeigen in der Zeitung schaltet: „Homosexualitaet ist keine Krankheit, Homophobie hingegen schon“. Er bestaetigt, dass die Regierung sich um Aufklaerung bemueht und es offiziell keine Diskriminierung gibt, was aber in der Kultur der Gesellschaft noch nicht angekommen ist.