Das Foltergefängnis

In der ehemaligen Oberschule „Tuol Sleng“ haben die roten Khmer bereits 1975 eines ihre 150 landesweiten Foltergefängnisse eingerichtet. Dieses trug den Namen S-21. Man sagt, hier war die Zentrale. Jeder Inhaftierte wurde fein säuberlich registriert und fotografiert. Deshalb weiss man, dass alleine in Tuol Sleng mindestens 14.000 Menschen inhaftiert und gequält wurden. Männer, Frauen und Kinder. Darunter vier Ausländer. Einer von ihnen nannte am Schluss irgendwelche Namen die ihm einfielen, zum Beispiel den Gründer von Kentucky Fried Chicken. Ein absurdes Detail in einer absurden Umgebung.

Heute ist der Ort ein Museum, ein Erinnerungsort an Völkermord, den diese Wahnsinnigen wie Pot Pot, Nuon Chea und Khieu Samphan an ihrem eigenen Volk begangen haben. Sie glaubten innerhalb von nur wenigen Jahren ein Volk, eine Gesellschaft umzukrempeln, wie es im kommunistischen Lehrbuch steht: Ein Arbeiter und vor allem in Kambodscha ein Bauernstaat. In der alle nur noch Angkar, der Organisation dienten, damit alle gleich wurden. Die Ausmasse sind unvorstellbar. In nur vier Jahren, von 1975-1979 wurden schätzungsweise 1 bis 3 Millionen Menschen getötet. Durch Folter, Ermordung, Erschöpfung und Hunger. Warum diese Zahl so ungewiss ist, findet Ihr in einem anderen spannenden Blogeintrag hier, in dem ihr unglaubliche Dinge erfahrt, die auch ich bis vor kurzem nicht wusste.

Pol Pot wurde 2008 von seinen eigenen Gefolgsleuten ermordet, nachdem er fast 15 Jahre lang ein gutes Leben geführt hatte, ohne je vor einem Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden. Der Leiter des Foltergefängnisses, Kaing Guek Eav, bekannt unter dem Pseudonym Duch, wurde 2010 von dem kambodschanischen Gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Nuon Chea und Khieu Samphan warten momentan auf ihr Urteil in einem Gefängnis, das ich gesehen habe, doch dazu mehr in einem anderen Blogeintrag…