Der Anarchist

Rafael Uzcátegui ist ein venezoelanischer Anarchist und er hat einen eigenen Blog. Er arbeitet in der Menschenrechtsorganisation PROVEA. Er ist weder ein Anhaenger von Chavez, noch einer der Opposition. Er steht bei beiden Lagern auf der schwarzen Liste. Der Dialog mit der Opposition ist schwierig: fuer die ist er ein Anhaenger von Chavez, ein Chavista. Der Dialog mit der Bolivarianschen Bewegung jedoch ist auch sehr emotional. Fuer die ist er ein Imperialist und ein Anhaenger der Opposition. Dabei ist er einfach nur Anarchist. Er geht nicht waehlen. Er ist kritisch und unabhaengig. Nein, es gibt hier keine Diktatur. Es gibt aber auch keine Revolution hier, sagt er.  Wir sollen ins Landesinnere fahren, weg von Caracas, denn dort sei die Bewegung Simon Bolivar viel authentischer als in der Hauptstadt. Er spricht mehrere Stunden mit uns und es ist hochinteressant. Am Schluss vermittelt er uns weitere Gespraechspartner aus allen Lagern, damit wir uns selbst ein Bild machen koennen, sagt er.

Einmal mehr bekomme ich den Eindruck, dass Venezuela vielschichtiger, vielfaletiger, widerspruechlicher und komplexer ist, als es der Blick aus dem Ausland erkennen laesst.

 

Am Dienstag, 12. Juni 2012, um 19.30h haelt Rafael einen Vortrag in Deutschland, im Allerweltshaus (Körnerstr. 77) in Köln ueber die zunehmende Militarisierung Venezuelas.
Dort wird er so angekuendigt:

Rafael Uzcátegui lebt und arbeitet in Caracas. Er koordiniert die
Recherchen bei Provea (www.derechos.org.ve), einer venezolanischen
Menschenrechtsorganisation, und ist seit 1995 Mitglied des

Herausgeberkollektivs der anarchistischen Zeitschrift El Libertario
(www.nodo50.org/ellibertario/), die sich der Verbreitung der Aktivitäten
der unabhängigen sozialen Bewegungen Südamerikas verschrieben hat. Er

ist Autor der Bücher „Herz aus Tinte“ und „Venezuela: Die Revolution als
Spektakel. Eine anarchistische Kritik der Bolivarischen Regierung“. Seit
2009 ist er Mitglied im Rat der War Resisters‘ International, WRI.